UVI Falcon & Sonic Pass: Ehrlich gesagt… ein wilder Mix.

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Wer tiefer im Sounddesign drinsteckt, kommt an dem Riesenteil UVI Falcon und dem Sonic Pass-Abo eigentlich kaum vorbei. Ich hab jetzt echt etliche Stunden im Studio mit dem Setup hinter mir und muss einfach mal Klartext reden.

Kurz gesagt: Das Ding ist genial, raubt einem zeitweise aber auch echt den letzten Nerv.

Das Monster: Falcon ist verdammt komplex

Machen wir uns doch nichts vor. Falcon ist einerseits ein Sampler, den man durchaus mal kurz eben nach Feierabend anwirft, um entspannt ein paar Presets durchzuklicken.

Das Teil ist aber Erde aber auch ein modulares Monster.

Die Engine hat unfassbar viel Power und die Routing-Optionen sind quasi endlos. Aber die Lernkurve? Die ist verdammt steil.

Wenn man da richtig tief in die semi-modulare Struktur einsteigt, fühlt man sich schnell eher wie ein Programmierer und weniger wie ein Musiker. Wer die absolute Kontrolle will, feiert das. Wer einfach nur schnell Ergebnisse braucht, verzweifelt hier schnell im Detail-Dschungel.

Das dicke Minus: Die Effekte ziehen viel zu viel CPU

Wo es bei mir im Studio-Alltag mit dem Sonic Pass echt hakt, ist die Performance der Effekte (SFX).

  • Klingen geil, sind aber absolute Ressourcen-Fresser: Die internen Effekte – egal ob das neue Bloom oder die IRCAM-Sachen – klingen zwar absolut High-End. Aber der CPU-Hunger ist einfach nicht feierlich.

  • Das Problem mit dem Single-Core: Falcon berechnet eine Instanz standardmäßig auf nur einem einzigen CPU-Kern. Wenn du dir da ein fettes Patch mit heftigen Effektketten baust, geht dieser eine Kern ruckzuck in die Knie. Für meinen Geschmack ist das bei dichten Projekten einfach absolut nicht ressourcenschonend.

Der Knaller: UVI lädt bei mir schneller als Kontakt!

Aber hey, jetzt mal zu den guten Seiten – und da hat mich Falcon echt eiskalt erwischt. Normalerweise ist Native Instruments Kontakt ja so der Standard im Studio. Aber auf meinem Rechner zieht UVI beim Lade-Speed einfach mal locker an Kontakt vorbei.

Egal ob ich die fetten Analog-Synths aus Synth Anthology 4 lade oder mal eben ein Piano aus der Key Suite anwerfe: Die Instrumente sind sofort startklar. Wenn die Samples erst im RAM liegen, macht das Arbeiten damit einfach nur Bock.

Meine Favoriten: Organische Foleys, Soul Bass & Drums

Wo mich der Sonic Pass gerade richtig abholt, ist alles, was organisch klingt. Vor allem die ganze Foley-Ecke (wie Walker 2):

  • Lebendig ohne Ende: Schritte auf allen möglichen Böden, Alltagsgeräusche, mechanisches Zeug – das klingt alles super plastisch und lässt sich genial über jedes Keyboard spielen. Man sucht nicht mehr ewig in starren Sample-Ordnern, sondern baut sich die Sounds einfach selbst zusammen.

Und wenn es richtig grooven soll, sind UVI Soul Bass und Soul Drums gerade meine absoluten Lieblinge. Der Soul Bass liefert diesen wunderbar tiefen, alten 1960er Jazz-Bass, den man stufenlos mit einem fetten Synth-Sub-Layer mischen kann. Und die Soul Drums klingen herrlich staubig nach altem Vintage-Motown aus den 60ern und 70ern. Das atmet richtig und inspiriert sofort.

Preis-Check: Was kostet der Spaß?

Du hast bei UVI im Grunde die Wahl zwischen Mieten und Besitzen:

  • Falcon kaufen: Die reine Engine kostet regulär 299 €. Da sollte man aber echt auf die Sales warten, da gibt es das Teil oft schon für rund 149 €.

  • Sonic Pass (Abo): Kostet dich 24 € im Monat (oder 240 € im Jahr). Damit hast du Zugriff auf den kompletten UVI-Katalog mit über 1.000 Instrumenten im Gesamtwert von über 10.000 €.

  • SonicBundle (Kauf): Wer absolut kein Fan von Abos ist, zahlt einmalig 799 € und hat dann dauerhaft Ruhe.

System-Specs: Das sollte dein Rechner können

Weil die Librarys riesig sind, braucht dein System eine vernünftige Basis:

  • OS: Läuft ohne Zicken auf Windows 10/11 und macOS (Apple Silicon wird nativ unterstützt).

  • RAM: 8 GB sind Minimum, ich würde für den Studio-Alltag aber dringend 16 GB RAM empfehlen.

  • Festplatte: Eine schnelle SSD ist Pflicht, sonst verpufft der grandiose Lade-Speed. Kleiner Tipp am Rande: In den Einstellungen (Preferences -> Streaming) kann man Falcon manuell auf „SSD“ umstellen. Dann zieht die Engine die Samples direkt live von der Platte und verbraucht deutlich weniger RAM.

  • Speicherplatz: Der ganze Sonic Pass wiegt fette 840 GB. Keine Sorge: Man muss das nicht alles auf einmal runterladen. Installiert euch einfach immer nur die Instrumente und Expansions, die ihr gerade für eure aktuellen Tracks braucht.

  • Kopierschutz: Ein kostenloser iLok-Account reicht aus, ein physischer USB-Dongle ist nicht nötig.

Mein Fazit für audiotobi.com

Am Ende ist die Sache für mich eigentlich ziemlich eindeutig: Für meinen persönlichen Gebrauch nutze ich nur die Instrumente. Geniale Sachen wie Soul Bass, Soul Drums oder die Foleys klingen fantastisch, machen Spaß und laden dank der SSD-Einstellung auf meinem System sogar schneller als Kontakt.

Die internen Effekte lasse ich dagegen meistens links liegen. Klar klingen die gut, aber sie verbrauchen mir im Mix wegen der Single-Core-Berechnung einfach viel zu viel CPU-Leistung.

Wie sieht’s bei euch aus? Nutzt ihr Falcon auch nur für die reinen Instrumente oder schraubt ihr eure Effekte direkt in der Engine zusammen? Schreibt es mir gern in die Kommentare!

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